Brüsseler Erklärung deutsch

Brüsseler Erklärung zur wissenschaftlichen Integrität

Auf dem weltweiten Kreuzzug gegen Alkohol, Tabak und »ungesunde« Nahrungsmittel berufen sich Gesundheitspolitiker gerne auf vermeintliche Forschungsergebnisse, die nicht einmal den minimalsten wissenschaftlichen Standards gerecht werden. Die nachfolgende Erklärung soll eben diese Standards in Erinnerung rufen. Gleichermaßen appelliert sie an die Politik, nicht die fragwürdigen Aussagen ausgewählter und z. T. recht parteiischer »Experten“«dazu zu missbrauchen, den Menschen ihre Entscheidungsfreiheit über ihren eigenen Lebensstil vorzuenthalten. Eine prohibitionistische Gesellschaft kann niemals eine freiheitliche Gesellschaft sein!

Wir stellen fest: Wissenschaft und wissenschaftliches Arbeiten haben in den letzten Jahrhunderten einen so noch nie dagewesenen Fortschritt beim Verständnis der physikalischen Welt hervorgebracht, und dadurch auch eine fortdauernde Verbesserung der materiellen, geistigen und sozialen Verhältnisse der Menschheit mit sich gebracht.

Ferner stellen wir fest: Objektive Nachweise sind der Schlüssel zum Erfolg von Wissenschaft und wissenschaftlichem Arbeiten. Als Hauptelement der Wissenschaftlichkeit erlegt sie der Bewertung und Präsentation von Forschungsergebnissen über das menschliche Zusammenleben einen neuen ethischen Standard objektiver Beweiswürdigung auf.

Des Weiteren gilt: In freien Gesellschaften müssen die Politik und die Vorschriften, die die vorfindlichen Gegebenheiten betreffen, entsprechend den Prinzipien des wissenschaftlichen Arbeitens objektiv bestätigt sein.

Darüber hinaus ist festzustellen, dass in zunehmenden Maße Mutmaßungen, fälschlicherweise als objektiv bestätigte wissenschaftliche Nachweise etikettiert, aufgestellt werden, um in die öffentliche Meinung, das Regierungshandeln, in staatliche Bestimmungen, Rechtsprechung, Lehrpläne sowie individuelle Entscheidungen und Verhaltensweisen einzugreifen.

Und eben dieser Trend kompromittiert die wissenschaftliche Integrität auf das Äußerste, als Vorstufe übler Folgen für den geistigen Fortschritt, das materielle Wohl und letzten Endes die individuelle Freiheit sowie die körperliche und seelische Gesundheit eines jeden Menschen auf diesem Planeten.

Aufgrund all dieser Überlegungen, verpflichten wir, die Unterzeichnenden dieser Erklärung, uns dazu, die objektive wissenschaftliche Integrität öffentlicher Verlautbarungen zu schützen und fördern, die als wissenschaftliche Wiedergabe von Gegebenheiten der physikalischen Welt firmieren, und die solcherart Regierungshandeln, Medienecho, öffentliche Meinung, Rechtsprechung, Lehrpläne, sowie andere Aktivitäten individueller wie sozialer Bedeutung zu beeinflussen geneigt sind.

Zu diesem Zweck heben wir, die Unterzeichnenden dieser Erklärung, an dieser Stelle einige grundlegende Prinzipien hervor, die das Wesen und die Integrität von Wissenschaft und wissenschaftlichem Arbeiten ausmachen und die wir als die wahren und selbstverständlichen Prinzipien echter, objektiver, nachprüfbarer und zuverlässiger wissenschaftlicher Aussagen auffassen.

Prinzipien wissenschaftlicher Integrität

  1. Wissenschaft und wissenschaftliches Arbeiten entwickeln aus Beobachtungen über Ursache-Wirkungs-Hypothesen Studiendesigns, die auf objektive und wahrhaftige Art und Weise die Validität der Hypothese zu überprüfen vermögen.
  2. Wissenschaft und wissenschaftliches Arbeiten bedienen sich der Zahlensprache und der Mathematik, um die erforderliche quantitative Genauigkeit zu erzielen.
  3. Wissenschaft und wissenschaftliches Arbeiten geben nicht vor, absolute Wahrheit zu erlangen. Vielmehr ermitteln sie in bestmögliche Schätzwerte im Rahmen von Wahr-scheinlichkeiten und Fehlerbereichen.
  4. Die quantitative Genauigkeit von Wissenschaft und wissenschaftlichem Arbeiten hängt von exakten und präzisen Messwerten mit hinreichend kleinen Fehlerbereichen ab.
  5. Wissenschaft und wissenschaftliches Arbeiten erfordern für die vorliegende Fragestellung relevante Messungen, die das zutreffend wiedergeben, was gemessen werden sollte.
  6. Bei wissenschaftlichen Beobachtungen und Experimenten gilt es sicherzustellen, dass die beobachteten Wirkungen spezifisch den untersuchten Elementen zuordenbar sind, und nicht etwa durch äußere Einwirkungen oder von finanziellen und politischen Interessen mit beeinflusst, verdorben oder verzerrt werden.
  7. Valide Beobachtungen und Folgerungen über Ursache und Wirkung müssen von unabhängigen Dritten reproduzierbar sein.
  8. Aus der Forschungstätigkeit resultierende Studien sollten auf wissenschaftlich üblichem Wege veröffentlicht und dem kritischen Auge der Fachwelt und der Öffentlichkeit ausgesetzt werden, bevor man aus politischen Erwägungen ihre Er-gebnisse in der Presse verbreitet.

Wir, die Unterzeichner dieser Erklärung und ihrer Anhänge, geloben hiermit, detaillierte Bewertungen zum wissenschaftlichen Wert staatlicher Politik und entsprechender Aussagen zu veröffentlichen, wo möglich und geeignet Abhilfen vorzuschlagen, die dem seriösen wissenschaftlichen Erkenntnisstand entsprechen, sowie politisch dahingehend zu handeln, dass nur wissenschaftlich gefestigte Aussagen und Vorhaben amtliche Verbreitung erlangen.

ANHÄNGE (Bestandteil der Erklärung)

Anhang 1 Die Fehlbarkeit der multifaktoriellen Epidemiologie

Dem elementaren Nachweisproblem der multifaktoriellen Epidemiologie liegen mindestens drei Ursachen zugrunde:

  1. Sie ist durch die Unmöglichkeit charakterisiert, authentische Primärdaten sauber mit überprüfbaren und schmalen Fehlerbereichen zu messen.
  2. Sie ist durch die Unmöglichkeit charakterisiert, die Bedeutung und den Einfluss der vielen Faktoren, die eine ursächliche Rolle für die erforschten Gegebenheiten spielen, hinreichend zu berücksichtigen.
  3. Generell ermangelt sie konsistent reproduzierbarer Ergebnisse, bedingt durch die Instabilität der Primärdaten, die ständig wechselnde Zusammensetzungen und Einflüsse der potentiellen ursächlichen Faktoren sowie jeweils studienspezifischen Verzerrungen.
Anhang 2 Toxikologie und die kostspielige Illusion von der Regulierbarkeit nicht erkennbarer Gefahren

 Die mangelnde Sicherheit von Krebsrisiken betreffenden Einschätzungen, die auf Tier-versuchen basieren, hat man dadurch unter den Teppich gekehrt, dass man sie einfach willkürlich in ihrer Anwendbarkeit auf den Menschen übertragen hat, ohne die geringste tatsächliche oder wissenschaftliche Grundlage. Und diese Annahmen sind zu den wesentlichen Bestimmungsgrößen für Regulierungsentscheidungen in aller Welt geworden. Diesen sollte jedoch der Stand der Wissenschaft zugrunde gelegt werden. Wir sind be-stürzt darüber, dass eine Reihe von Regulatoren und Politikern jede Beschränkung in den Wind schlägt und immer mehr zum modischen »Vorsorgeprinzip« neigen.

Anhang 3 Die imaginäre Gefahr des Umgebungsrauchs (ETS)

Das Fehlen glaubwürdiger und vertretbarer bezüglich lebenslanger ETS-Lebensdosen bzw. -Expositionen stellt einen Prima-facie-Beweis dafür dar, dass die behaupteten Gefahren des ETS in keiner Weise als bewiesen gelten können. Lungenkrebs entwickelt sich langsam und bricht im Allgemeinen im fortgeschritten Alter nach kumulierten lebenslangen Expositionen aus. Selbst wenn also ETS-Exposition Krankheitsrisiken vorhersagen könnten – was nicht der Fall ist – diese als Gesamtsumme von Expositions-zeiträumen über die ganze Lebensspanne einzelner Nichtraucher gemessen werden müsste. Da allerdings, wie festgestellt, die unzähligen ständigen Änderungen in der Expositionen über Lebensspannen hinweg unmöglich nachvollzogen werden können, sind kumulative Beurteilungen individueller Expositionen schlicht unmöglich. Dennoch be-haupten ETS-Studien fälschlicherweise, dies geleistet zu haben.

Die in epidemiologische ETS-Studien ermittelten Gefahrenschätzungen basieren aber nicht nur auf unbrauchbaren, sondern auch auf fraglos völlig illusorischen Expositions-daten.

Von den 75 Studien über ETS und Lungenkrebs gelangten ungefähr 75 Prozent nicht zu statistisch signifikanten Risikosteigerungen, und manche sogar zu statistisch signifikanten Risiko Risikoverringerungen. Insgesamt gesehen können diese Studien nicht einmal als ernsthafter Beleg für einen statistischen Zusammenhang gelten, und erst recht nicht für einen echten ursächlichen Zusammenhang.

Anhang 4 Die falschen Versprechungen des Kreuzzugs gegen Fettleibigkeit

Der sich derzeit weltweit ausbreitende Kreuzzug gegen das sogenannte Übergewicht und Adipositias zielt darauf ab, traditionelle Lebensweisen in hochentwickelten Gesellschaften drastisch zu ändern, obwohl gerade diese Gesellschaften eine Verdopplung der Lebenserwartung in kaum mehr als einem halben Jahrhundert erlebt haben, parallel zu steigendem durchschnittlichem Körpergewicht. Ein Kreuzzug gegen Übergewicht und Adipositas, der Ernährungsveränderungen und -einschränkungen in den Mittelpunkt stellt, verkennt eine große Bandbreite anderer sozialer und Umweltveränderungen in einem Jahrhundert, in dem größere Fortschritte in Qualität, Sicherheit und Verfügbarkeit von Lebensmitteln denn je stattgefunden haben, zeitgleich mit schnell sinkenden Mortalitätsraten.

Der Bevölkerung Änderungen beim Ernährungsverhalten aufzuerlegen – wenn Regierungen dazu überhaupt in der Lage wären – ist objektiv nicht zu rechtfertigen, da diese Ernährungsweisen und Lebensstile Milliarden von Menschen einen höheren Gesundheitsstandard und eine höhere Langlebigkeit als je zuvor in der Menschheitsgeschichte ermöglich haben.

Anhang 5 Verkommene Alkoholwissenschaft

Der Kreuzzug gegen Alkoholgebrauch hat sich verkommener Wissenschaft bedient, um den – sowohl psychischen wie physischen – gesundheitlichen Nutzen moderaten Alkoholkonsums zu vertuschen und seine Risiken überzogen darzustellen. Gesundheitliche Vorteile werden durchgängig heruntergespielt, während auf anderer Seite zunehmend versucht wird, das »Keine-ungefährliche-Menge«-Dogma nachzunahmen, das sich beim Kreuzzug gegen das Rauchen als nützlich erwiesen hat.

Die gesetzlichen Regelungen mancher Länder verbieten sogar den Brauern, Winzern und Brennern, Aussagen über den Nutzen von Alkoholgebrauch zu verbreiten, was wohlgemerkt auch für wahre und wissenschaftlich richtige Aussagen gilt. Konsumenten wird also die Möglichkeit genommen, sich wirklich zu informieren und freie Entscheidungen über Konsumrisiken und -vorteile zu treffen.

Erstunterzeichner

  1. Dr. Gio Gori, Toxicologe, Bethesda (USA)
  2. Dr. Phil Button, Arzt, Basingstoke (UK)
  3. Dr. Kamal Chaouachi, Medizinanthropologe, Tabakforscher, Paris (Frankreich)
  4. Dr. Hanan Frenk, Psychologe, Tel Aviv (Israel)
  5. Dr. Michael Marlowe, Professor für Wirtschaftswissenschaft, San Luis Obispo (USA)
  6. Dr. Robert Molimard, Professor em., Tabakforscher, Paris (Frankreich)
  7. Dr. Abraham Peper, Physiker, Amsterdam (Niederlande)
  8. Dr.-Ing. Günter Ropohl, Professor em., Technikphilosoph, Karlsruhe (Deutschland)
  9. Dr. Jan Snel, Psychophysiologe, Amsterdam (Niederlande)
  10. Dr. phil. nat. Beda M. Stadler, Professor für Immunologie, Bern (Schweiz)
  11. David Goerlitz, Vortragsredner/Schauspieler, Berlin (USA)
  12. Christopher Snowdon BA, Autor/Forscher, Hove (UK)

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